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Ein Kronjuwel Bayerns im Einklang mit der Natur

Bad Feilnbacher Moor hat europaweite Bedeutung

Moorerlebnisstation Sterntaler Filze Moorerlebnisstation Sterntaler Filze

Im Rahmen des EU-LIFE-Natur-Projektes "Rosenheimer Stammbeckenmoore" (www.life-rostam.de) wurde jetzt der Bad Feilnbacher Moorlehrpfad neu gestaltet. Die Gemeinde Bad Feilnbach hat den Bau der Erlebnisstation mit gefördert, die jetzt unter dem Namen "Sterntaler Filze" als Moor-Erlebnisstation ihren Gästen Freude bereiten soll. Die "Rosenheimer Stammbeckenmoore" sind einer der größten zusammenhängenden voralpinen Moorkomplexe in Europa. Wegen ihrer Größe, der relativen Naturnähe, der engen Verzahnung bedrohter Feuchtlebensräume und des Vorkommens besonderer Tier- und Pflanzenarten haben sie europaweite Bedeutung. Bis zum Ende des Projekts 2010 werden rund 1.135 Hektar vernässt, Gehölze entfernt, Streuwiesen gepflegt und Naturlehrpfade errichtet. So wird zwischen Kolbermoor, Raubling und Bad Feilnbach, in einem großflächigen Moorgebiet des Alpenvorlands, wertvoller Lebensraum unter anderem für den seltenen Schwarzstorch, den streng geschützten Wespenbussard, dem weltweit bedrohtem Wachtelkönig und der Fledermaus wiederhergestellt. Neben der reinen Wissensvermittlung spielt die Freude an der intakten Natur die wesentliche Rolle. Von den Vogelbeobachtungsstationen bis zum "Urwald der Sinne" gibt es zahlreiche Möglichkeiten um die Natur in ihrer Vielfalt zu genießen oder neues Wissen über das Moor und seinen Nutzen zu gewinnen. Durch die sogenannte Hochmoor-Renaturierung wird der natürliche Wasserhaushalt in den trockengelegten Torfmooren wiederhergestellt. Dadurch wird die abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit den artenreichen Streuwiesen erhalten, was auch wegen des herausragenden Landschaftsbildes von großer Bedeutung ist. Eines Landschaftsbildes, das über Jahrtausende gewachsen ist und wegen seiner Artenvielfalt auch als ein Kronjuwel Bayerns bezeichnet wird.
Auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, vor etwa 20.000 Jahren, bedeckte der riesige Inngletscher die Rosenheimer Stammbeckenmoore. Nur die Spitze des Wendelsteins und andere hohe Nachbarberge ragten als Felsinseln heraus. Nach der Eiszeit stauten die Moränenzüge die Schmelzwasser des Gletschers zu einem See von der Größe des Bodensees auf: der Rosenheimer See entstand. Im Laufe der Zeit haben sich hohe Torfschichten ohne Anschluss an das Grundwasser gebildet. Diese Torfschichten bezeichnet man als Hochmoore oder in Bayern als "Filze". Insbesondere die Hochmoore in der Abgebrannten Filze und Hochrunstfilze hatten in den letzten 100 Jahren durch den Torfabbau eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für die Region.
Moor wird als Bad oder Packung erfolgreich bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Es lindert und heilt dabei bestimmte Symptome. Es wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus und regt den Stoffwechsel an. Auch Muskulatur, Nervensystem und Hormonhaushalt profitieren von der Heilkraft des Moores.
 

Text: Alfred Michael Waizmann